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Die Systemmatrix: ein Navigationstool für systemische Beratung und Coaching

Prozessplanung in der systemischen Beratung, Coaching oder Therapie? Kein leichtes Thema.
Sie sitzen in einer systemischen Sitzung als Beratende:r oder Therapeut:inund fragen sich: Auf welcher Ebene bewege ich mich hier gerade?
Geht es um konkretes Verhalten? Um tiefsitzende Überzeugungen? Oder steht eine Identitätsfrage im Raum? Was sollte mein Fokus in der nächsten Sitzung sein?
Die Dilts'schen Ebenen (auch: Logische Ebenen nach Robert Dilts) und die Systemmatrix geben Ihnen Orientierung in genau solchen Momenten.
Die sechs logischen Ebenen nach Dilts beschreiben, wo Veränderung stattfindet: Umgebung, Verhalten, Fähigkeiten, Werte und Überzeugungen, Identität, Zugehörigkeit. Eine zentrale Erkenntnis dabei: Veränderungen auf höheren Ebenen wirken sich automatisch auf tiefere Ebenen aus. Umgekehrt funktioniert das nur bedingt.
Die Systemmatrix erweitert dieses Modell um eine systemische Dimension. Sie verbindet die logischen Ebenen mit verschiedenen Systemperspektiven: Individuum, Paar, Familie, Team, Organisation. So entsteht ein dreidimensionales Werkzeug, das sich in der Praxis bewährt hat.
In diesem Fachartikel aus Psychotherapie im Dialog (Thieme Verlag) beschreibt Claudia Pfeifer, Diplom-Psychologin und Lehrtrainerin am ABIS Institut Leipzig, wie Sie die Systemmatrix konkret nutzen können. Sie erfahren, auf welcher Ebene Sie gerade unterwegs sind, wo Sie hinnavigieren sollten und welche Interventionen nachhaltige Veränderung ermöglichen.
Normalerweise ist dieser wissenschaftliche Fachartikel kostenpflichtig. Dank unserer Kooperation mit dem Thieme Verlag können Sie ihn hier ohne Abo und ohne Registrierung lesen.
Die Systemmatrix ist fester Bestandteil aller systemischen Ausbildungen am ABIS Institut Leipzig und wird seit Jahren in Therapie, Beratung und Supervision eingesetzt.
Fachartikel: Systemmatrix und Diltssche Ebenen

Logische Ebenen nach R. Dilts und die Systemmatrix
Von Claudia Pfeifer | Psychotherapie im Dialog 2022, 23: 11-12
Ihr Kompass für die Navigation in therapeutischen Prozessen.
Im Artikel: Wie Veränderung auf sechs Ebenen funktioniert. Die Systemmatrix als dreidimensionales Werkzeug. Drei Fragen zur Selbstreflexion in der Praxis. Konkrete Anwendungsbeispiele aus der Therapie. Das ABIS Modell systemischer Arbeit.
Tags: Systemmatrix, Diltsche Ebenen, Logische Ebenen, Navigationstool, Veränderungsprozesse, ABIS Modell
Was sind die Dilts'schen Ebenen?
Das Modell der logischen Ebenen (Dilts'sche Ebenen) ist ein Erklärungsmodell für Veränderungsprozesse. Robert Dilts entwickelte das Modell in den 1980er Jahren, inspiriert von Gregory Bateson. Die Dilts'schen Ebenen dienen Therapeut:innen und Berater:innen zur Orientierung in therapeutischen Prozessen.
Die sechs Dilts'schen Ebenen:
- Kontext und Umwelt (das WO). Diese Ebene beschreibt alle äußeren Bedingungen, die zu einem Zeitpunkt auf eine Person einwirken. Gemeint sind Umgebung, Umwelt, Personen. Die Wahrnehmung erfolgt über die Sinnessysteme. Zentrale Fragen: Wo? Wann? Wer? Mit wem?
- Verhalten (das WAS). Diese Ebene umfasst alle Handlungen, die eine Person tut. Das Verhalten ist von außen beobachtbar. Zentrale Fragen: Was tun Sie? Was kann jemand beobachten? Welches Verhalten zeigen Sie? Was tun andere? Welches Verhalten wird hervorgerufen?
- Fähigkeiten und Strategien (das WIE). Diese Ebene beschreibt die kognitiven und emotionalen Prozesse, die eine Person nutzt, um ein Verhalten zu realisieren. Zentrale Fragen: Wie tun Sie das? Welche Fähigkeiten haben Sie? Welche Strategien nutzen Sie? Was können Sie gut? Welche Fähigkeiten fehlen?
- Werte und Glaubenssätze (das WARUM). Diese Ebene umfasst die Motivatoren, Werte und Glaubenssätze, die dem Handeln zugrunde liegen. Menschen tun Dinge nur, wenn diese zu ihren Überzeugungen passen. Zentrale Fragen: Was sind Ihre Werte? Wofür ist Ihnen das wichtig? Was motiviert Sie? Was treibt Sie an?
- Identität und Selbstbild (das SELBST). Diese Ebene beschreibt die Vorstellungen, die Menschen von sich als Personen haben. Es geht um das zentrale Modell des Selbst. Zentrale Fragen: Wer sind Sie? Was ist Ihr Selbstverständnis? Was ist Ihre Identität?
- Sinn und Zugehörigkeit (das WOZU). Diese Ebene enthält zwei Aspekte: Sinn und Mission (die Zugehörigkeit zu etwas Größerem), und soziale Zugehörigkeit (das Beziehungsgefüge). Zentrale Fragen: Was ist der Sinn? Welche Mission haben Sie? Zu welcher Gruppe gehören Sie?
Die Dilts'schen Ebenen haben eine hierarchische Struktur. Übergeordnete Ebenen organisieren die Prozesse auf den darunter liegenden Ebenen.
Für Menschen in therapeutischen und beratenden Berufen ist das Modell ein wertvolles Werkzeug. Es hilft zu erkennen, auf welcher Ebene ein Problem liegt und wo Interventionen am wirksamsten ansetzen.
Die Systemmatrix – der dreidimensionale Kompass für die systemische Beratung und Therapie
Die Systemmatrix ist eine Klassifikation des Persönlichkeitsmodells von Dilts und Epstein. Sie wurde für die systemische Praxis weiterentwickelt. Die Systemmatrix wird als Würfel mit drei Achsen dargestellt.
Die drei Achsen der Systemmatrix:
- Zeitdimension. Diese Achse unterscheidet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie zeigt, in welcher Zeitdimension sich therapeutische Prozesse überwiegend bewegen.
- Perspektive. Diese Achse unterscheidet Ich-Ebene, Du-Ebene und Metaebene. Die Ich-Ebene beschreibt Prozesse, bei denen es um die Sicht der Klient:innen geht. Die Du-Ebene erzeugt einen Perspektivwechsel. Zirkuläre Fragen erfragen, wie andere die Situation beschreiben würden. Die Metaebene versetzt Klient:innen in eine Vogelperspektive. Von außen werden Fragen zu Mustern und Zusammenhängen gestellt.
- Interventionsebene. Diese Achse umfasst die sechs logischen Ebenen nach Dilts. Sie zeigt, auf welcher Ebene sich die Narrationen im therapeutischen Prozess überwiegend bewegen: Umwelt, Verhalten, Fähigkeiten, Werte, Identität, Zugehörigkeit.
Die Systemmatrix verbindet diese drei Dimensionen. So entsteht ein dreidimensionales Navigationstool für therapeutische und beraterische Prozesse. Am ABIS Leipzig wird die Systemmatrix in allen systemischen Ausbildungen vermittelt.
Systemmatrix in der Praxis: Drei Fragen zur Navigation
Die Systemmatrix dient zur Navigation in therapeutischen Prozessen. Sie ermöglicht eine schnelle Bestandsaufnahme und hypothesengeleitete Planung. Drei Fragen strukturieren die Arbeit mit der Systemmatrix:
- Erste Frage: Auf welchen Ebenen bewegt sich der therapeutische Prozess überwiegend? Diese Frage klärt, welchen Einladungen der Klient:innen Sie folgen. Sie erkennen, ob der Prozess sich in der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft bewegt. Sie sehen, ob die Ich-Perspektive, Du-Perspektive oder Metaebene dominiert. Sie identifizieren, auf welcher Dilts'schen Ebene sich die Narrationen bewegen.
- Zweite Frage: Sind diese Ebenen eher Teil des Problems oder Teil der Lösung? Diese Frage bewertet die identifizierten Ebenen. Manche Ebenen halten das Problem aufrecht. Andere Ebenen ermöglichen Lösungen. Die Systemmatrix hilft zu erkennen, welche Ebenen Sie als Therapeut:in fokussieren.
- Dritte Frage: Welche Ebenen würden eine Verschiebung in Richtung Lösungsraum ermöglichen? Diese Frage plant das weitere Vorgehen. Sie identifiziert Ebenen, die bisher ausgeblendet wurden. Sie erkennt, wo verborgene Ressourcen liegen. Sie entscheidet, auf welchen Ebenen Interventionen ansetzen.
Die Systemmatrix ist ein Werkzeug zur Selbstreflexion und Navigation.
Am ABIS Leipzig wird sie täglich in unseren Weiterbildungen in systemischer Beratung, systemischer Supervision, systemisches Coaching und systemischer Therapie eingesetzt. Lernen Sie die Systemmatrix direkt in unseren systemischen Weiterbildungen in Leipzig.
Für wen ist dieser Artikel relevant?
Der Fachartikel richtet sich an Menschen, die therapeutisch oder beratend arbeiten:
- Systemische Therapeut:innen, die ein Werkzeug für komplexe therapeutische Prozesse suchen.
- Systemische Berater:innen, die ihre Interventionen präziser planen möchten.
- Systemische Supervisor:innen, die Teams und Organisationen begleiten. Coaches, die mit Einzelnen und Gruppen arbeiten.
- Menschen in systemischen Ausbildungen, die das ABIS Modell kennenlernen möchten.
Der Artikel ist besonders hilfreich, wenn Sie sich fragen:
- Wo setze ich mit meiner Intervention an?
- Wie behalte ich in therapeutischen Prozessen den Überblick?
- Warum wirken manche Interventionen und andere nicht?
- Wie navigiere ich zwischen verschiedenen Systemebenen?
Caudia Pfeifer schreibt praxisnah, mit Beispielen aus dem therapeutischen Alltag und konkreten Reflexionsfragen.
Die Systemmatrix auf einen Blick: Kostenlose Infografik für die Prozessnavigation

Infografik Systemmatrix und ihre Anwendung für die Prozessnavigation
Ihr dreidimensionaler Kompass für systemische Beratungs- und Therapieprozesse.
Was drin ist:
✓ Die 3 Dimensionen: Zeit, Perspektive & Dilts'sche Ebenen
✓ Die 3-Schritte-Anwendung zur Navigation im Prozess
✓ Orientierung für Beratung, Therapie, Coaching & Supervision
Download als PDF
FAQ
Was sind die Dilts'schen Ebenen?
Die Dilts'schen Ebenen sind ein Erklärungsmodell für Veränderungsprozesse. Robert Dilts entwickelte das Modell in den 1980er Jahren. Es besteht aus sechs hierarchisch geordneten Ebenen: Kontext und Umwelt, Verhalten, Fähigkeiten, Werte und Glaubenssätze, Identität, Sinn und Zugehörigkeit. Übergeordnete Ebenen organisieren die Prozesse auf darunter liegenden Ebenen. Die Dilts'schen Ebenen dienen Therapeut:innen zur Orientierung in therapeutischen Prozessen.
Was ist die Systemmatrix?
Die Systemmatrix ist eine Klassifikation des Modells von Dilts und Epstein. Sie wird als Würfel mit drei Achsen dargestellt: Zeitdimension, Perspektive und Interventionsebene (die Dilts'schen Ebenen). Die Systemmatrix erweitert die Dilts'schen Ebenen zu einem dreidimensionalen Navigationstool. Sie wurde am ABIS Institut Leipzig entwickelt und wird in Therapie, Beratung und Supervision eingesetzt.
Wie nutze ich die Systemmatrix in der Praxis?
Die Systemmatrix hilft mit drei Fragen: Auf welchen Ebenen bewegt sich der therapeutische Prozess? Sind diese Ebenen Teil des Problems oder Teil der Lösung? Welche Ebenen würden eine Verschiebung in Richtung Lösungsraum ermöglichen? Die Systemmatrix ermöglicht schnelle Bestandsaufnahme und hypothesengeleitete Planung. Sie ist ein Werkzeug zur Selbstreflexion und Navigation in therapeutischen Prozessen.
Wo kann ich die Systemmatrix lernen?
Das ABIS Institut Leipzig integriert die Systemmatrix in alle systemischen Ausbildungen: Systemische Beratung, Systemische Therapie, Systemische Supervision, Systemisches Coaching. Die Methode wird praxisnah vermittelt. Teilnehmer:innen wenden die Systemmatrix von Anfang an in Übungen und eigenen Fällen an. Kostenfreie Informationsveranstaltungen finden regelmäßig am ABIS Leipzig statt.
Ist der Artikel kostenfrei?
Ja. Der Fachartikel "Logische Ebenen nach R. Dilts und die Systemmatrix" von Claudia Pfeifer aus Psychotherapie im Dialog (Thieme Verlag) ist über ABIS Leipzig kostenfrei zugänglich. Der wissenschaftliche Artikel ist normalerweise kostenpflichtig (4,99 Euro). Dank der Kooperation mit dem Thieme Verlag ist er ohne Abo und ohne Registrierung lesbar.