Unsere Systemische Schatzkiste: Gespräche mit der Gründerin Dr. Ulrike Jänicke
Willkommen bei den Wurzeln. Hier teilen wir etwas ganz Besonderes: persönliche Gespräche mit unserer Gründerin.
Über 30 Jahre systemische Arbeit prägen diesen kurzen Videos. Es geht um das, was wirklich zählt: Haltung, Herz und Handwerk. Wir zeigen Ihnen, wie alles begann, wie wir denken und wie Sie davon profitieren.
Tauchen Sie ein in die ABIS-Familie. Lassen Sie sich inspirieren.
Video 1: Die Geschichte des ABIS
Titel des Videos: Die Geschichte des ABIS
Unsere Gründerin nimmt Sie mit auf eine kleine Reise. Zurück an den Anfang. Mehr als 30 Jahre systemische Arbeit stecken im ABIS. Aber wie gründet man in der Wendezeit ein systemisches Institut? Es geht um Mut und um eine klare Vision. Es ist die Geschichte, die uns heute noch trägt. Die Faszination für systemisches Arbeiten
Tipp: Das ist unser Fundament. Sehen Sie, warum uns die systemische Idee so wichtig ist.
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Aus der Reihe Systemische Pioniere - ABIS
Dr. Ulrike Jänicke
Ich habe 1985 ein Buch geschenkt bekommen. Das in DDR geschmuggelt wurde, und das heißt Familie und seelische Krankheit. Und dieses Buch hat mich sehr fasziniert und ich habe so gedacht, das könnte sein, was mir gefehlt hat in meiner Arbeit als Psychiaterin im psychotherapeutischen klinischen Kontext der Psychiatrie.
Und ich habe mich ein bisschen beschäftigt was gar nicht so einfach war, weil an Literatur sind wir ganz schwer rangekommen. 1987 gab es einen Weltkongress in Prag Weltkongress der Familientherapeuten und dort durfte ich hinfahren, wurde delegiert von meiner Klinik und dort habe ich Tatsächlich das Strohfeuer was es vorher schon gab, ist so richtig entzündet worden, weil ich die ganzen Größen der Familientherapie der damaligen Zeit kennengelernt habe auf diesem Kongress.
Die 3000 Leute, die dort waren, die vielen Workshops. Und ich habe vor allem zwei dicke Bücher über Summaries bekommen und Adressen von Systemikern und Systemikerinnen. Und nach dem Kongress habe ich angefangen die Leute anzuschreiben Zu den Themen, die mich interessiert haben und viele haben mir ein Paper geschickt.
Helm Stierlin hat mir viele Arbeiten geschickt und Klaus Deißler hat mir auch die Arbeiten geschickt. Und ich habe dann gelesen studiert mich angestrengt die Dinge alle zu verstehen. Ich war Einzelkämpferin das war nicht ganz einfach, aber es war extrem spannend und inspirierend. Und ich konnte 1989 den Klaus Seißler und die Roswitha Schuck zum ersten Workshop an die Unihalle einladen dort wo ich gearbeitet habe.
Und nachdem ich also zwei Jahre theoretisches Literaturstudium hatte, sah ich die ersten Familientherapeuten oder systemische Therapeuten live arbeiten mit Familien aus unserem Kliniksalltag. Das war total spannend und ich erinnere mich noch an Sätze die im reflektierenden Team gefallen sind. Das war also ziemlich überwältigend.
Ich habe dann die Möglichkeit gehabt, nach der Wende die Ausbildung gemacht. Ich habe mich für den Klaus Deißler entschieden mit seinem Marburger Institut weil der Ansatz mir Sehr gefallen hat, nachdem ich auch am Helm-Stierlin-Institut sechs Wochen Praktikum machen konnte. Ich mich aber für diesen narrativen Ansatz von Harleen Anderson, der hat mich am meisten angesprochen.
Da hatte ich das Gefühl, der passt zu mir. Und ich habe dann gleich angefangen die Ausbildung zu machen und 1992 war ich fertig und habe angefangen mit einem Kollegen mich in den ersten Lehr- Geschichten zu üben und dann haben wir das Institut gegründet und seit 1992 sind wir auf dem Markt. Anfangs in einer kleinen Form natürlich, wir waren selber Neulinge, aber schon ganz gut zugange und so hat sich das ABIS entwickelt.
Video 2: Warum gibt es keine Blumensträuße in der systemischen Beratung?
Titel des Videos: Warum gibt es keine Blumensträuße mehr in der systemischen Beratung?
Unsere Gründerin nimmt Sie mit zu einer kleinen Erkenntnis aus über 30 Jahren systemischer Arbeit. Es geht um die Veranwortung für das Gelingen in der systemischen Beratung. Warum im systemischen Arbeiten keine Abschiedsgeschenke überreicht werden – und was das über Selbstwirksamkeit und die Rolle der beratenden Person aussagt – davon erzählt dieses Video auf eindrückliche Weise.
Es ist ein Einblick in das, was systemisches Arbeiten im Kern ausmacht: Klarheit, Wertschätzung und Vertrauen in die eigenen Ressourcen.
Tipp:
Wie steht es bei Ihnen? Bekommen Sie (noch) Abschiedsgeschenke?
Transkript zeigen - Video 2: Warum gibt es keine Blumensträuße in der systemischen Beratung?
Aus der Reihe Systemische Pioniere - ABIS
Der Blumenstrauß
Dr. Ulrike Jänicke
Ich glaube, ich war in der Klinik anerkannt von den Patientinnen und Patienten. Ich glaube, viele mochten mich und brachten mir zum Abschluss einen Blumenstrauß oder damals auch einen kleinen Teddybär für meine Kinder mit – also ein kleines Abschiedsgeschenk aus Dankbarkeit.
Dann fiel mir wirklich auf, als ich systemisch gearbeitet habe, dass die Blumensträuße weniger wurden oder ganz ausfielen. Und dann habe ich natürlich überlegt: Woran liegt es? Bin ich schlechter geworden? Diese Fragen muss man sich ja schon auch stellen. Kommt die Arbeitsweise nicht so gut an?
Und eine Erklärung, die ich mir dann gegeben habe, die mir natürlich auch gut getan hat, war: Die Klient:innen kamen häufig zum Schluss und sagten: „Ich habe es gemacht.“
Und sie haben den Veränderungsimpuls nicht mehr auf mich übertragen – ich als Ärztin oder als Therapeutin war also nicht mehr diejenige, die so gut war, dass es ihnen jetzt besser geht –, sondern sie hatten das Gefühl, und so haben sie es auch artikuliert, dass sie es selber waren. Und da dachte ich mir: Was für ein Geschenk. Zehnmal mehr wert als jeder Blumenstrauß, jeder Teddybär oder jede Flasche Wein.