Kompaktweiterbildung | 3 Module à 2 Tage | 48 Seminarstunden | Start September 2027 | Leipzig
Machen Sie einen Dialog? Oder treten Sie in einen Dialog ein?
Matthias Varga von Kibéd, Mathematiker, Logiker und einer der Väter der Systemischen Strukturaufstellungen, stellt diese Frage gern in den Raum. Und lässt sie dort stehen.
Denn: Wir machen nicht Sprache. Wir treten in sie ein. Die Sprache befindet sich zwischen uns, quasi eigenständig, wartend, schon da.
Dasselbe gilt für das, was in einer Aufstellung passiert.
Sobald Menschen einen Platz im Raum einnehmen, als Repräsentant*innen eines Systems, einer Person, eines Symptoms oder einer Organisation, beginnt etwas zu geschehen, das sich hartnäckig gegen einfache Erklärungen sperrt. Varga von Kibéd selbst hat sich nach eigener Aussage „20 Jahre lang erfolgreich dagegen gewehrt, eine Erklärung zu haben", weil er die Frage für wichtiger hält als die Antwort. Was er stattdessen beschreibt, nennt er die „Grammatik der Körpersprache": eine überindividuelle, reproduzierbare Wahrnehmungsstruktur, die über das Persönliche hinausgeht.
Klingt abstrakt? Ist es nicht. Es ist körperlich erfahrbar. Schon im ersten Seminar.
Peter Schlötter hat an der Universität Witten-Herdecke in über 2.800 Einzelversuchen nachgewiesen, dass bestimmte repräsentierende Wahrnehmungen überindividuell reproduzierbar sind: verschiedene Personen, verschiedene Systeme, gleicher Ort im Aufstellungsraum, ähnliche Empfindungen. Wissenschaft, die staunt. Und die weiter fragt.
Insa Sparrer, Diplompsychologin und Co-Entwicklerin der Systemischen Strukturaufstellungen (SySt), hat aus dieser theoretischen Faszination eine Praxis gemacht, die für Therapie, Beratung, Coaching, Supervision und Organisationsentwicklung taugt. Eine Methode, die sie selbst als multiperspektivische und facettenreiche Abbildung von Wirklichkeit beschreibt, mit dem klugen Zusatz: „Wie immer wir Wirklichkeit definieren."
Und genau hier liegt der Witz, im besten Sinne: Die Aufstellung behauptet nichts. Sie zeigt. Sie öffnet Optionen. Sie propagiert keine Lösungen, sondern ermöglicht Bewegung. Denn Veränderungen führen, wie Milton Erickson wusste, deutlich öfter zu Einsichten als umgekehrt.
Die Zusatzausbildung Systemische StrukturAufstellung am ABIS Leipzig bringt Ihnen diese Methode in ihrer ganzen intellektuellen Tiefe und praktischen Wirksamkeit: in drei aufeinander aufbauenden Modulen, 48 Seminarstunden, mit Selbsterfahrung, Supervision und der Intervision echter Fälle aus Ihrer Arbeit.