Fachartikel systemische Praxis

Das Systembrett – Externalisierung in der systemischen Praxis
Der Praxisleitfaden: Wie aus einem Problem eine Figur wird, die sich bewegen lässt.
Inklusive kostenfreier Infografik

Das Systembrett: Externalisierung in der systemischen Therapie und Beratung

Wie aus einem diffusen, übermächtigen Problem eine Figur wird, die sich bewegen lässt – der Praxisleitfaden zum Systembrett von Claudia Pfeifer (ABIS Leipzig), erschienen in Psychotherapie im Dialog (Thieme).

Manche Probleme stehen diffus und übermächtig im Raum. Man kann sie schwer fassen, schwer benennen, schwer verändern. Genau hier entfaltet das Systembrett seine Stärke: Aus „der Depression" wird eine Figur auf einem Brett. Eine Figur, die man anschauen, drehen, näher heranholen oder probeweise in den Urlaub schicken kann.

Dieser Praxisleitfaden zeigt, was das Systembrett ist, wie die Externalisierung mit dem Systembrett Schritt für Schritt funktioniert, wo ihre Grenzen liegen und welche Fehler Sie vermeiden sollten. Er basiert auf dem Fachartikel „Das Systembrett" von Claudia Pfeifer, Diplom-Psychologin und Lehrtrainerin (SG) am ABIS Institut Leipzig, erschienen in Psychotherapie im Dialog (Georg Thieme Verlag, 2026). Den Originalartikel können Sie weiter unten dank unserer Kooperation mit dem Thieme Verlag kostenfrei lesen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Systembrett stellt Beziehungen, innere Anteile und Symptome mit Figuren auf einem Brett (meist 80 × 80 cm) räumlich dar.
  • Externalisierung trennt die Person vom Problem: „Die Person ist nicht das Problem – das Problem ist das Problem" (Michael White, David Epston).
  • Auf dem Brett wird ein Symptom wie eine Depression zur beweglichen Figur – sichtbar, verkleinert, veränderbar.
  • Der Praxisablauf umfasst 9 Schritte – von der Einführung bis zum Lösungsbild und dem Transfer in den Alltag.
  • Zentrale Regel: Die Therapeut:in berührt die Figuren nie und begleitet ausschließlich mit Fragen.
  • Das Systembrett ist eine Methode innerhalb professioneller Begleitung – mit klaren Grenzen, etwa in akuten Krisen.

Was ist das Systembrett?

Das Systembrett ist eine Methode zur räumlichen Darstellung von Beziehungen und Strukturen – in Familien, Paaren, Teams und zwischen inneren Anteilen. Ziel ist es, individuelle Sichtweisen auf ein Beziehungsgeflecht sichtbar zu machen und eine Metakommunikation darüber zu ermöglichen.

Erstmals veröffentlicht wurde die Idee 1983 als „Familienbrett" von Ludewig, Pflieger, Wilken und Jakobskötter. Heute steht das Systembrett für eine systemische Visualisierungsmethode, die Komplexität spielerisch sichtbar macht und Verstehen, Mustererkennung, Probehandeln und Lösungsfindung ermöglicht. Es wird in Therapie, Beratung, Coaching, Supervision und Pädagogik eingesetzt. Als eigenständiges Beratungsinstrument hat es vor allem die Arbeit von Wolfgang Polt und Markus Rimser geprägt, deren Praxisbücher zum Standardrepertoire der Brettarbeit zählen.

Die Grundelemente

Grundlage ist ein Brett – meist 80 × 80 cm groß – mit einem etwa 1 cm breiten Rand. Auf diesem Brett werden Figuren aufgestellt. Der Rand dient als Raum für Figuren, die zwar Bedeutung haben, aber aktuell nicht mehr Teil des Systems sind: Verstorbene etwa oder ehemalige Kolleg:innen.

Je nach Ausführung stehen verschiedene Figuren zur Verfügung: kleine und große, eckige und runde, farbige. So lässt sich Zugehörigkeit zu einer Subgruppe abbilden (kleine Figuren für Kinder, große für Erwachsene) oder eine bestimmte Wahrnehmung (eine goldene Figur für jemanden, der sich viel Bühne organisiert). Gerade die Schlichtheit der Figuren erlaubt es, Bedeutungen im Verlauf zu verändern – manchmal leise, manchmal überraschend deutlich.

Die zwei zentralen Qualitäten

Zwei Qualitäten prägen die Arbeit mit dem Systembrett:

  • Blickrichtung – Schauen sich zwei Figuren an oder drehen sie sich den Rücken zu?
  • Nähe und Distanz – Wie viel Raum liegt zwischen den Figuren?

Ein häufig zitierter Merksatz lautet: Wer sich nah ist, ist sich nah. Und wie immer gilt: Ausnahmen bestätigen nicht nur die Regel, sondern machen sie erst interessant.

Wichtig in der Begleitung: Die Therapeut:in berührt die Figuren während der gesamten Systembrettarbeit nicht. Sie begleitet ausschließlich mit Fragen. Das Brett gehört der Klient:in.

Systembrett oder Familienaufstellung? Der Unterschied

Beide Verfahren machen Systemdynamiken sichtbar, unterscheiden sich aber deutlich:

MerkmalSystembrettFamilienaufstellung
RepräsentationFiguren auf einem Brettreale Personen (Stellvertreter:innen) im Raum
Settinggeschützt, allein mit der Therapeut:inmeist in der Gruppe
VeränderbarkeitFiguren jederzeit verschiebbaraufwendiger, an Personen gebunden
Eignungscham-/schuldbehaftete Themen, Einzelarbeit, Kurzzeitkörperlich-räumliches Erleben in der Gruppe
Zugangniedrigschwellig, wenig Vorbereitungbenötigt Gruppe und mehr Zeit

Das Systembrett bringt diese Sichtbarkeit ins geschützte Zweiersetting – und macht das aufgestellte Bild jederzeit veränderbar.

Was bedeutet Externalisierung?

Externalisierung ist ein zentrales Vorgehen der narrativen und systemischen Therapie. Sie wurde von Michael White und David Epston entwickelt und beruht auf einer einfachen, folgenreichen Annahme: Die Person ist nicht das Problem – das Problem ist das Problem.

Menschen sind nicht identisch mit ihren Problemen, sondern stehen in Beziehung zu ihnen. Statt „Ich bin depressiv" wird die Haltung möglich: „Die Depression beeinflusst mich – und ich kann meinen Umgang mit ihr gestalten." Ziel ist, den Handlungsspielraum der Person zu erweitern und alternative Selbstbeschreibungen zu ermöglichen.

Externalisierung reduziert Scham und Selbstabwertung, stärkt den Selbstwert und macht das Problem als etwas Veränderbares erfahrbar. Das Systembrett macht diesen inneren Schritt nicht nur sprachlich, sondern auch räumlich erfahrbar.

 

Warum Systembrett und Externalisierung zusammengehören 

Externalisierung ist schon sprachlich wirksam – auf dem Systembrett wird sie zusätzlich sichtbar, greifbar und beweglich. Sobald das Symptom eine eigene Figur ist, lässt es sich aus verschiedenen Perspektiven betrachten, näher oder weiter weg stellen, mit Ressourcenfiguren umgeben oder probeweise an den Rand schicken. Drei Effekte kommen zusammen:

  1. Sichtbarmachung. Was diffus war, bekommt eine Position, eine Größe, eine Blickrichtung.
  2. Verkleinerung. Durch die geringe Größe des Bretts verliert ein übermächtig erlebtes Problem seine erdrückende Dimension – es wirkt lösbarer.
  3. Beweglichkeit. Das externalisierte Bild kann verändert werden. Aus „Mir geschieht" wird „Ich bewirke".

Gerade bei scham- oder schuldbehafteten Themen schätzen viele Klient:innen, dass am Brett im geschützten Zweiersetting gearbeitet wird – ohne Stellvertreter:innen, ohne Gruppe.

„Das Wirksame am Systembrett ist die Verwandlung: Aus einem diffusen, übermächtigen Gefühl wird eine Figur, die sich bewegen lässt. In diesem Moment werden Klient:innen zu Regisseur:innen ihrer eigenen Geschichte." — Claudia Pfeifer, Dipl.-Psychologin und Lehrtrainerin (SG), ABIS Leipzig

Externalisierung mit dem Systembrett: Schritt für Schritt

Der folgende Ablauf illustriert die Externalisierung am Beispiel Depression. Er lässt sich auf andere Symptome und Anliegen übertragen.

Schritt 1: Einführung in die Systembrettarbeit

Brett, Figuren und Arbeitsweise werden kurz erläutert – mit besonderem Fokus auf Blickrichtung sowie Nähe und Distanz. Schon während der Erklärung entsteht bei der Klient:in eine erste Idee, wie sie ihr inneres Bild visualisieren kann.

Schritt 2: Externalisierung vorbereiten

Das Anliegen wird fokussiert, die Einladung zur Externalisierung ausgesprochen – etwa: „Ich hätte Lust, mir Ihre Beziehung zur Depression einmal genauer anzusehen – nicht als Teil von Ihnen, sondern als etwas, mit dem Sie in Beziehung stehen. Wäre das für Sie vorstellbar?" Die Klient:in wählt eine Figur für sich und eine für die Depression.

Schritt 3: Aufstellung

Die Klient:in platziert beide Figuren selbst. Die Therapeut:in begleitet nur mit Fragen: „Wo möchten Sie Ihre Figur platzieren?"„Wo steht die Depression im Verhältnis zu Ihnen?" Nach einer Korrekturphase beschreibt die Klient:in ihr Bild: „Wie erleben Sie diese Beziehung im Moment?"

Schritt 4: Rundflug

Die Klient:in betrachtet das Brett aus verschiedenen Perspektiven: „Gehen Sie gedanklich einmal um das Bild herum. Was fällt Ihnen auf?" Eine wirkungsvolle Frage: „Angenommen, dieses Bild wäre im Louvre ausgestellt – welchen Titel hätte es?"

Schritt 5: Exploration und Kontextualisierung

Die Beziehung zur Depression wird kontextabhängig untersucht, denn Verhalten und Erleben entstehen eingebettet in Kontexte: „In welchen Situationen ist die Depression Ihnen besonders nah?"„Zu welchen Ressourcen haben Sie dann weniger Zugang, zu welchen vielleicht trotzdem?" Ebenso wird betrachtet, wann die Depression mehr Abstand hält.

Schritt 6: Sinn, Funktion und Botschaft des Symptoms

Hypothetische Fragen erschließen den möglichen Sinn – ohne das Symptom zu verklären: „Angenommen, und wirklich nur angenommen, die Depression hätte eine Art Botschaft für Sie – worum könnte es gehen?" Dieser Schritt markiert oft einen Wendepunkt: Das Symptom wird nicht länger nur als Feind gesehen, sondern als Hinweisgeber. Aus dem Wunsch, es loszuwerden, kann die Bereitschaft entstehen, den eigenen Umgang damit aktiv zu gestalten.

Schritt 7: Dem Symptom einen Namen geben

Ein neutralerer oder persönlicherer Name verwandelt die abstrakte Diagnose in ein ansprechbares Gegenüber: „Wenn Sie dieser Figur einen Namen geben würden – welcher wäre es?" Mit einer Figur namens „Edwina" lässt sich verhandeln, Grenzen setzen und auch einmal schmunzeln. Mit „der Depression" fällt das deutlich schwerer.

Schritt 8: Spielräume erkunden

Auf dem Brett werden neue Möglichkeiten erprobt: die Position der Figur verändern, Ressourcen ergänzen, unterstützende Figuren hinzunehmen. Jede Veränderung wird rückgekoppelt: „Was verändert sich dadurch für Sie?"„Was müsste passieren, damit diese neue Position im Alltag tragfähig wäre?" Probehandeln erlaubt es, Lösungen zu testen, ohne sie sofort umsetzen zu müssen. Humor ist ausdrücklich erlaubt.

Schritt 9: Transfer in den Alltag

Abgeschlossen wird mit einem Lösungsbild und der Verdichtung zentraler Erkenntnisse. Das Bild kann fotografiert werden und dient als Anker für den Alltag. Der Fokus liegt auf kleinen, konkreten Schritten: „Woran würden Sie in den nächsten Tagen merken, dass sich etwas verändert hat?"„Wer in Ihrem Umfeld könnte das bemerken?"

Ein kurzer Blick in die Praxis

Eine Klientin stellt „die Depression" als große, dunkle Figur direkt vor sich, Blick auf Blick, kaum eine Handbreit entfernt. Im Rundflug fällt ihr auf, dass ihre eigene Figur den Rücken zu einer kleinen Gruppe am Brettrand kehrt – Menschen, die ihr wichtig sind. Sie tauft die dunkle Figur „Frau Nebel". Im Probehandeln dreht sie ihre eigene Figur ein Stück zur Gruppe und schiebt „Frau Nebel" eine Handbreit zur Seite – nicht weg, nur zur Seite. „So kann ich sie sehen, ohne dass sie mir die Sicht nimmt." Dieser eine Satz wird zum Lösungsbild, das sie fotografiert.

 

Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden 

Die Arbeit am Brett wirkt einfach – und genau darin liegen ihre Stolperstellen. Sechs Fehler begegnen uns in Lehre und Supervision immer wieder:

„Ich berühre die Figuren nie – das Brett gehört der Klient:in. Und oft ist es klüger, das Symptom an den Rand zu schicken, als es zu verbannen: Häufig trägt es eine Botschaft." — Claudia Pfeifer, ABIS Leipzig

  1. Die Figuren selbst anfassen. Sobald die Therapeut:in eine Figur verschiebt, übernimmt sie die Deutungshoheit. Das Brett gehört der Klient:in – auch das Bewegen.
  2. Zu früh in die Lösung. Wer Schritt 5 (Kontext) und Schritt 6 (Sinn) überspringt, verschenkt den Wendepunkt. Das Symptom will erst verstanden, nicht gleich entsorgt werden.
  3. Das Symptom vorschnell „wegräumen". Die Figur ganz vom Brett zu nehmen, wirkt oft wie ein Etikettenschwindel. Häufig trägt das Symptom eine Botschaft – an den Rand schicken ist meist tragfähiger als verbannen.
  4. Interpretieren statt fragen. „Da steht ja die Wut ganz nah bei Ihnen" ist eine Deutung. Wirksamer ist die offene Frage, was die Klient:in selbst wahrnimmt.
  5. Die Methode wichtiger nehmen als den Prozess. Das Systembrett ist kein Selbstzweck. Entscheidend ist die Passung zum Anliegen, nicht das Vorführen der Technik.
  6. Grenzen übersehen. Nicht jedes Anliegen und nicht jede Verfassung passt zur Brettarbeit (siehe nächster Abschnitt).

Wie wirksam ist das Systembrett? 

Ehrlich eingeordnet: Die systemische Therapie ist in Deutschland ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren – der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie bestätigte dies 2008, und seit 2020 ist sie für Erwachsene eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Externalisierung nach White und Epston gehört zum etablierten Repertoire der narrativen und systemischen Praxis.

Das Systembrett selbst ist ein in Beratung, Therapie und Coaching weit verbreitetes Praxisinstrument. Belastbare kontrollierte Wirksamkeitsstudien speziell zum Systembrett sind allerdings begrenzt – seine Stärke liegt im klinisch-praktischen Nutzen und in den gut beschriebenen Prinzipien, auf denen es beruht: Visualisierung, Externalisierung, Perspektivwechsel und Probehandeln. Wer wissenschaftliche Redlichkeit ernst nimmt, beschreibt das Systembrett daher als bewährtes, theoretisch fundiertes Werkzeug – nicht als evidenzbasiertes Einzelverfahren mit eigener Studienlage.

Weitere Einsatzbeispiele

Im therapeutischen Kontext zeigt das Systembrett eine erstaunliche Wandlungsfähigkeit. Über das Depressionsbeispiel hinaus lässt sich Externalisierung am Brett auf viele Anliegen übertragen:

  • Innerer Kritiker: eine eigene Figur für die strenge innere Stimme – wie groß ist sie, wo steht sie, wem schaut sie über die Schulter?
  • Aufschieben und Prokrastination: „die Aufschieberitis" als Figur, die sich zwischen die Person und ihre Ziele schiebt.
  • Angst: als Begleiterin sichtbar machen, ihre Nähe in verschiedenen Situationen erkunden, einen Umgang erproben.
  • Paar- und Familientherapie: unterschiedliche Wahrnehmungen nebeneinander sichtbar machen und gemeinsam ein Lösungsbild entwickeln.
  • Team- und Organisationsprozesse: Akteur:innen, Strukturen, Kulturen und Werte visualisieren und Lösungsoptionen erproben.

In der Einzeltherapie dient das Brett zudem als Problembild oder Lösungsbild, für die Arbeit mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, als Ressourcogramm, für Perspektivwechsel, Tetralemma, Skalierung oder als Miniatur mit nur 2–4 Figuren. Entscheidend ist weniger die Technik als die Passung zum Anliegen.

Was die Arbeit so wirksam macht 

Es ist die Verwandlung: Aus dem Symptom, dem Problem wird eine Figur auf einem Brett – eine Figur, die sich bewegen lässt. Was vorher diffus und übermächtig war, bekommt eine Position, eine Größe, eine Blickrichtung. Klient:innen stellen auf, probieren aus, verschieben, korrigieren und werden so zu Regisseur:innen ihrer eigenen Geschichte.

Was es dafür braucht? Die systemische Haltung: neugierig bleiben und immer wieder spielerisch und humorvoll erkunden. Die Methode braucht kein besonderes Setting. Ein Brett, ein paar Figuren, ein paar gute systemische Fragen. Und dann einfach anfangen.

Das Systembrett am ABIS Leipzig lernen

Am ABIS Institut Leipzig ist das Systembrett seit Jahren fester Bestandteil der systemischen Ausbildungen. Anders als bei reinen Wochenend-Zertifikaten lernen Sie die Methode hier eingebettet in eine vollständige, SG-zertifizierte systemische Weiterbildung – und wenden sie von Anfang an in Übungen und an eigenen Fällen an. Das ABIS bildet seit 1992 systemische Fachkräfte aus und gehört zu den traditionsreichsten SG-Instituten Mitteldeutschlands.

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Der Fachartikel "Systembrett" in Psychotherapie im Dialog

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Das Systembrett

Von Claudia Pfeifer | Psychotherapie im Dialog 2026; 27: 10–11 | DOI: 10.1055/a-2643-2723

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Im Artikel: Methode und Grundelemente des Systembretts · die Qualitäten Blickrichtung, Nähe und Distanz · Einsatzbereiche in Einzel-, Paar-, Familien- und Teamarbeit · die Externalisierung Schritt für Schritt am Beispiel Depression.

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Tags: Systembrett, Externalisierung, narrative Therapie, systemische Therapie, Familienbrett, Probehandeln, Visualisierung, systemische Methoden, Depression, ABIS Leipzig

Wissenschaftliche Grundlage & Quellen

Wissenschaftliche Grundlage Dieser Praxisleitfaden basiert auf dem Fachartikel „Das Systembrett" von Claudia Pfeifer, erschienen in Psychotherapie im Dialog (Georg Thieme Verlag, 2026; 27: 10–11, DOI: 10.1055/a-2643-2723).

Quellenangabe Pfeifer, C. (2026). Das Systembrett. Psychotherapie im Dialog, 27, 10–11. https://doi.org/10.1055/a-2643-2723

Ursprung und Einflüsse Das Systembrett geht auf das „Familienbrett" von Kurt Ludewig, Karin Pflieger, Ulrich Wilken und Gunther Jakobskötter (1983) zurück. Die in diesem Leitfaden beschriebene Externalisierung beruht auf der narrativen Therapie von Michael White und David Epston. Als eigenständiges Beratungsinstrument wurde die Arbeit mit dem Systembrett unter anderem von Wolfgang Polt und Markus Rimser systematisiert und für Beratung, Therapie, Coaching und Pädagogik aufbereitet.

Erfahrung am ABIS Leipzig Am ABIS Institut Leipzig ist das Systembrett seit Jahren fester Bestandteil der systemischen Ausbildungen. Seit 1992 hat das Institut über 2.500 systemische Fachkräfte ausgebildet, die die Methode in Therapie, Beratung, Coaching und Supervision anwenden. Die hier dargestellte Arbeitsweise verbindet die etablierte Methode mit der ressourcen- und lösungsorientierten Haltung des ABIS.

Ausgewählte Literatur

  • Ludewig, K., Pflieger, K., Wilken, U. & Jakobskötter, G. (1983). Entwicklung eines Verfahrens zur Darstellung von Familienbeziehungen: Das Familienbrett. Familiendynamik, 8, 235–251.
  • Ludewig, K. & Wilken, U. (Hrsg.) (2000). Das Familienbrett. Göttingen: Hogrefe.
  • White, M. & Epston, D. (1992). Die narrative Methode. Heidelberg: Dort-Hagenhausen.
  • Polt, W. & Rimser, M. (2012). Aufstellungen mit dem Systembrett. Heidelberg: Carl-Auer.
  • Rimser, M. & Polt, W. (2015). Lösungen mit dem Systembrett. Heidelberg: Carl-Auer.

Einen umfassenden Überblick über Grundlagen, Haltung und Methoden gibt unser Leitfaden: Was ist systemische Beratung?